Abschnittsübersicht

  • DEERs lassen sich dem Game‑Based Learning zuordnen, also jenen Lehr‑Lern‑Formaten, die das Lernen durch Spiele oder spielerische Elemente unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei das didaktische Anliegen, digitale Spiele so zu gestalten, dass sie fachliche Inhalte vermitteln und Lernprozesse anregen. [5]

    Das escapED‑Framework (Clarke et al., 2017) bietet einen strukturierten Ansatz zur Entwicklung von Educational Escape Rooms und umfasst sechs zentrale Aspekte, die bei der Planung und Gestaltung von DEERs zu berücksichtigen sind: [6]

    1. Participants: Ausgangspunkt ist die Analyse der Zielgruppe. Dazu gehören Fragen nach dem erwartbaren Vorwissen, dem angemessenen Schwierigkeitsgrad sowie den verfügbaren technischen Ressourcen wie Notebook, Smartphone oder Kopfhörer. Darüber hinaus sind auch die Gruppengröße und Rollenverteilung mitzudenken.
    2. Objectives: In dieser Phase werden die Lernziele festgelegt. Sie sollten eng mit dem Thema und den Rätseln verknüpft sein, sodass die Aufgaben gezielt auf die intendierten Kompetenzen ausgerichtet sind.
    3. Theme: Thema und Erzählweise bilden die Grundlage für das Eintauchen der Spieler*innen in die DEERs. Es braucht eine gut durchdachte, logisch aufbauende und vor allem überzeugende Story. Diese kann beispielsweise einem Escape‑Modus (Flucht aus einem Raum) oder einem Mystery‑Modus (Lösen eines Falls) folgen und trägt maßgeblich zur Immersion der Studierenden bei.
    4. Puzzles: Die Gestaltung der Aufgaben und Rätsel sollte die Lernziele widerspiegeln und klare Anweisungen enthalten. Ein gut durchdachtes Hinweissystem unterstützt die Spieler*innen bei Schwierigkeiten und trägt dazu bei, die Motivation aufrechtzuerhalten.
    5. Equipment: Diese Dimension richtet den Blick auf das digitale Setting. Dazu zählen das ausgewählte Tool, die Gestaltung der virtuellen Räume sowie weitere benötigte Hilfsmittel, die den Ablauf unterstützen. Wesentlich ist dabei auch eine klare Zeitbegrenzung für die Lösung der Aufgaben und Rätsel, die den Escape Room Charakter des digitalen Raumes erst ermöglicht.
    6. Evaluation: Nach Abschluss des Spiels erfolgt die Auswertung. Sie umfasst das Testen und Überarbeiten der DEERs, die Reflexion mit den Spieler*innen, die Überprüfung der Lernziele sowie das Zurücksetzen des Spiels für weitere Durchgänge.

    Auf Basis dieser strukturierten Gestaltung entsteht mit DEERs eine Lernumgebung, welche Neugier weckt, zum Mitdenken anregt und die Studierenden aktiv in das Geschehen hineinzieht. Dadurch steigt nicht nur die Motivation, sondern es werden auch Problemlöseprozesse angeregt und komplexe Wissensinhalte in praxisnahe Szenarien erfahrbar gemacht. [5]

    Aktivierung und Motivation von Studierenden

    DEERs können zur Motivation und Aktivierung von Studierenden beitragen, indem sie den Lernprozess von einer eher passiven Wissensaufnahme hin zu einer aktiven, studierendenzentrierten Beteiligung verschieben. [1] [2] [7] Aus psychologischer Perspektive wird dieses Potenzial häufig mit grundlegenden Bedürfnissen nach Autonomie, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit in Verbindung gebracht. [8] In Lernumgebungen wie DEERs erhalten Studierende die Möglichkeit, selbstständig Entscheidungen zu treffen, Herausforderungen zu bewältigen und im Team zu kooperieren. Alles Faktoren, die motivationale Prozesse unterstützen können. [9] Dabei nehmen sowohl Lehrende als auch Lernende Escape-Room-Formate in der Lehre als aktivierend und motivierend wahr. [10]

    Problemorientiertes Lernen fördern

    Problemorientiertes bzw. problembasiertes Lernen basiert auf der Bearbeitung realitätsnaher Problemsituationen und der aktiven Anwendung von Wissen. DEERs können diesen Ansatz unterstützen, indem sie Lerninhalte in authentische Szenarien, wie etwa medizinische Diagnosen oder andere komplexe Fälle einbetten. [2] Die Studierenden müssen ihr Wissen gezielt einsetzen, um im Spiel voranzukommen, wodurch anspruchsvolle Problemlöseprozesse angeregt werden. [4] [6]

    Auf diese Weise werden zentrale Aspekte des problemorientierten Lernens aufgegriffen.

    Kooperatives und kollaboratives Lernen fördern

    DEERs können das kooperative und kollaborative Lernen fördern, da sie als teambasierte Spiele angelegt sind, in denen die Gruppe gemeinsam eine ,,Mission“ innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens bewältigen muss. Die Aufgaben erfordern den Austausch von Informationen, das gemeinsame Entwickeln von Lösungsstrategien und das Abstimmen von Entscheidungen. [11] Dadurch entstehen dynamische Interaktionen, in denen Lernende ihre individuellen Perspektiven einbringen und Verantwortung teilen. [6] Solche Prozesse stärken nicht nur die Zusammenarbeit, sondern auch kommunikative und soziale Kompetenzen. [1] [3] [12]