• Allgemein

    E-Moderation:

    Studierende in der Online-Lehre begleiten und unterstützen

    CC BY 4.0 Steirische Hochschulkonferenz
    Aktuelle Version: 24.08.2020

    Kurzbeschreibung

    Was für Lehrpersonen (LP) offline selbstverständlich ist, will online gelernt sein: die Moderation. Inhaltliche Erklärungen, Unterstützung bei Arbeitsaufgaben oder Aufsicht von Gruppenarbeiten (inkl. Aktivierung der weniger aktiven Teilnehmer*innen) werden in Präsenzlehrveranstaltungen ganz selbstverständlich von LP durchgeführt. Im Gegensatz dazu werden die Teilnehmer*innen (TN) online häufig sich selbst überlassen (Stichwort: autonomes Lernen), was sich jedoch schnell negativ auf die Motivation, Partizipation und letztlich auch Qualität der Abgaben auswirken kann. Um dem entgegenzuwirken, kommt E-Moderation ins Spiel. 

    Allgemeine Eckdaten

    Die Bildbeschreibung zu den allgemeinen Eckdaten dieses Use Cases finden Sie in der PDF- und WORD-Version.

  • Rolle und Aufgaben der E-Moderation

    E-Moderator*innen erfüllen mehrere Rollen, um für einen reibungslosen Ablauf der Online-Lehrveranstaltung zu sorgen. [1]

    Organisatorisch-administrative Rolle

    In der organisatorisch-administrativen Rolle ist die LP „Gastgeber*in“ und somit dafür verantwortlich, dass sich die TN in der Online-Umgebung zurechtfinden und nicht mit dem Online-Setting überfordert sind. Dafür ist es nötig, die TN in die technischen Gegebenheiten und in die Gruppe einzuführen. Bei der E-Moderation sollte außerdem darauf geachtet werden, die TN nicht mit organisatorischem Zusatzaufwand, beispielsweise im Lernmanagementsystem (Moodle, itslearning, etc.), zu überlasten. [2]

    Konkrete Aufgaben:

    • Willkommen heißen in der Online-Umgebung (im Lernmanagementsystem z.B. nach Kursfreischaltung über ein Forum bzw. per E-Mail; zu Beginn einer Videokonferenz über den Chat oder verbal)
    • Agenda, (Lern-)Ziele und Zeitpläne festlegen und veröffentlichen
    • Gemeinsam Technologiehürden überwinden und Unsicherheiten abbauen (dabei hilft es, mit unverbindlichen bzw. leichten Aufwärmübungen in der Onlineumgebung anzufangen, Stichwort: Ice-Breaker-Aktivitäten)
    • Hilfestellung bei Unklarheiten geben (inkl. technischer Support)
    • Lern- und Arbeitsgruppenbildung fördern
    • Fragen beantworten und Informationen einstellen (z.B. über ein Forum; im Chat eines Videokonferenzsystems)
    • Teambildung anleiten und zum Austausch auffordern

    Motivational-emotionale Rolle

    In der motivational-emotionalen Rolle sorgt die LP dafür, dass die TN aktiv an der Online-Lehrveranstaltung teilnehmen und (Eigen-)Verantwortung übernehmen. Voraussetzung dafür ist die Schaffung einer angenehmen Lern- und Kommunikationsatmosphäre, die durch die fehlende soziale Präsenz im Online-Setting besonders wichtig ist. Unterstützung und Motivation von Einzelpersonen wie auch der gesamten Gruppe sind dabei essenziell. [3]

    Konkrete Aufgaben:

    • Soziale Gruppenbildung stärken (z.B. durch Vorstellungsrunden, digitale Ice-Breaker-Aktivitäten, Foren für sozialen Austausch, etc.)
    • Inaktive oder zurückhaltende TN konstruktiv zur aktiven Teilnahme auffordern (z.B. durch namentliches Ansprechen in der Gruppe in der synchronen Kommunikation oder per persönlicher Nachricht in der asynchronen Kommunikation)
    • Hyperaktive TN konstruktiv darauf hinweisen, Verantwortung für ihre „Redezeit“ bzw. ihre Präsenz im virtuellen Raum zu übernehmen
    • Positives Feedback zur Teilnahme abgeben und TN regelmäßig dazu ermuntern, am Ball zu bleiben (Beispielhafte Formulierungen können sein: „Gut gemacht! Sie haben xx% der Aufgaben in der Veranstaltung bereits absolviert“; „Einige von Ihnen haben den Arbeitsauftrag dieser Woche schon erledigt – alle anderen bitte ich, dies noch bis Ende dieser Woche zu tun.“)
    • Auf Stimmung und Kommunikationsverhalten in der Gruppe achten

    Inhaltliche Rolle

    Bei der inhaltlichen Rolle von E-Moderator*innen geht es um die Förderung des Informationsaustausches innerhalb der Lerngruppe und die Sicherstellung, dass alle TN der Lehrveranstaltung folgen können. Dafür ist es wichtig, dass Diskussionen nachvollziehbar sind, Kommunikationsregeln eingehalten werden und inhaltliche Zusammenfassungen zur Verfügung gestellt werden. [4]

    Konkrete Aufgaben:

    • Kommunikationsregeln für die Online-Kommunikation aufstellen (ev. gemeinsam mit der Gruppe) und Einhaltung überprüfen (Stichwort: Netiquette)
    • Kursmaterialien anpassen und aktuell halten (z.B. Bereitstellung geeigneter multimedialer Inhalte aus dem Internet)
    • TN bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Materialien unterstützen
    • Zusammenfassende, verknüpfende und ggf. ergänzende Kommentare auf Beiträge von TN verfassen (auf Moodle z.B. schriftlich oder als kurzer Audiokommentar möglich)
    • Sachbezogenes, qualitätsorientiertes und konkretes Feedback geben
    • Vertiefende oder weiterführende Fragen stellen und TN ggf. anregen, Perspektivenwechsel vorzunehmen (Mit der „Advocatus Diaboli“-Methode kann die LP beispielsweise TN dazu auffordern, durch Gegenargumente ganz bewusst die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Thema zu vertiefen. Die TN erlangen dadurch einen kritischen und multiperspektivischen Blick auf Inhalte und erweitern gleichzeitig ihre Argumentationskompetenz.)

    Didaktisch-vermittelnde Rolle

    In der didaktisch-vermittelnden Rolle achtet die LP darauf, dass sie ihre Lehrveranstaltung angemessen ins Online-Setting überträgt. Unter den Bedingungen in der Online-Lehre sind mitunter andere Arten von Inhaltsvermittlung und Arbeitsaufträgen notwendig als in der Präsenzlehre. Auch deshalb sollen vorhandene Materialien nach Möglichkeit nicht einfach ohne Anpassung online gestellt werden. Hier geht es zudem um den Entwurf von neuen Lehr-/Lernszenarien, die den Rahmenbedingungen der Online-Lehre sowie der Zielgruppe gerecht werden. [5]

    Konkrete Aufgaben:

    • Lernplattform nach Lernzielen und Themenbereichen gestalten (z.B. über verschiedene Abschnitte, deren Inhalte sukzessive freigeschaltet werden)
    • Arbeitsaufträge formulieren und anleiten (Gilly Salmon empfiehlt mit ihren „e-tivities“ mehrere, kleinere Arbeitsaufträge oder Aktivitätshäppchen, die den Lernprozess strukturieren und unterstützen können)
    • Lernunterstützung geben und verschiedene Methoden einsetzen (Eine Methode kann das Peer-Feedback sein, das sich sowohl für Einzelarbeiten als auch für Gruppenprojekte eignet. TN geben sich dabei gegenseitig z.B. über ein Forum oder in einem Wiki auf der Lernplattform nach vordefinierten Kriterien Feedback zu einem Projekt bzw. einer Aufgabe. Die LP als E-Moderator*in initiiert und koordiniert diesen Feedback-Prozess und unterstützt die TN beim gemeinsamen Wissenstransfer.)

    Gründe für den EinsatzEinsatzmöglichkeiten / Methoden